Interview mit Marathon-Weltrekordhalter Felix Mayerhöfer zu den oberpfälzer Firmenläufen: „In der Gruppe macht es einfach am meisten Spaß“

felix-mayerhoefer-hamburg-marathon-weltrekord-2_WS-576x1024Wer sportlich aktiv ist, kleidet sich normalerweise in kurzen Hosen und Funktionsshirt, schlüpft in die Laufschuhe und legt los. Etwas anders sah das Ende April aus: Im Business Anzug lief Felix Mayerhöfer beim Hamburg Marathon Weltrekord. Dass der Feine Zwirn auch für ihn nicht das alltägliche Lauf-Gewand ist, das zeigte er erst vergangenes Wochenende, als er in Läufermontur den Regensburg Marathon gewann. Dennoch, der Spagat zwischen Sport und Arbeit, den meistert der 36-jährige Lehrer mit Bravour. Grund genug um uns mit ihm darüber zu unterhalten.

Hallo Felix,

erst Weltrekord im Business Anzug, nun noch der Sieg beim Regensburg Marathon. Wie schafft man solche Leistungen als Berufstätiger?

Es ist nicht immer einfach Training und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Als Realschullehrer habe ich den Vorteil mir meine Zeit frei einteilen zu können. Da wird die Korrektur oder die Stundenvorbereitung schon mal auf den Abend oder auch auf das Wochenende verschoben. Dennoch ist es nicht immer leicht sich nach einem stressigen Schultag zu motivieren und die Laufschuhe zu schnüren. Aber meistens gelingt es mir ganz gut.

Bei den Oberpfälzer Firmenläufen in Amberg-Sulzbach (12. Juli) und Neumarkt (20. Juli) geht es nicht unbedingt um Bestzeiten, sondern eher darum, den Sport als willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag zu nutzen, mit Kollegen und Gleichgesinnten auch einmal außerhalb des Büros zu kommunizieren und neue Kontakte zu knüpfen. Was bedeutet das Laufen für dich?

Laufen ist für mich zum Einen die Möglichkeit den Kopf absolut frei zu bekommen. Man zieht die Schuhe an und schon geht’s los. Das ist die beste Art für mich runterzukommen. Wenn ich dann nach Hause zurückkomme, sind alle Sorgen und Probleme vergessen und ich kann mich mit neuer Kraft auf die weiteren Aufgaben stürzen. Zum Anderen mag ich es mich bei Wettkämpfen mit anderen Läufern zu messen. Wenn man über die Ziellinie läuft ist das einfach nur ein Wahnsinns-Gefühl. Da wird man für die langen und harten Trainingseinheiten bei Wind und Wetter belohnt. Außerdem finde ich es schön, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit altbekannten Lauffreunden auszutauschen.

Es muss nicht immer gleich ein Marathon sein. Die Oberpfälzer Firmenläufe richten sich mit Streckenlängen von rund fünf Kilometern auch an Hobbysportler, Einsteiger oder Walker. Wie kamst du zum Laufsport und erinnerst du dich an dein erstes Event?

Früher, beim Fußball, war ich schon immer derjenige, der am Platz die meisten Kilometer abgespult hat. Nach einer Knieverletzung habe ich meine Karriere aber dann beendet und mich voll auf das Laufen konzentriert. Mein erster richtiger Wettkampf war 2007. Da bin ich beim Regensburger Halbmarathon mitgelaufen und habe mich mit dem Laufvirus infiziert. Dieser hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Der erste Marathon folgte dann 2009 in Hamburg. Umso schöner, dass ich genau dort den Guinness Weltrekord erlaufen konnte.

Was ist dein Tipp in Sachen Training für Firmenläufer, die vielleicht das erste Mal hinter einer Startlinie stehen?

Das Training ist natürlich als fester Bestandteil der Vorbereitung anzusehen, ohne das es einfach nicht geht. Dennoch sollte vor allem der Spaß und die Freude an der Bewegung im Vordergrund stehen. Verabredet Euch mit Freunden oder Kollegen, in der Gruppe macht es einfach am meisten Spaß und der innere Schweinehund hat es schwerer sich zu Wort zu melden. Auch eine gewisse Nervosität vor dem eigentlichen Wettkampf ist ganz normal und gehört dazu, lasst euch davon nicht verunsichern. Genießt den Lauf, saugt die Eindrücke an der Strecke auf und freut euch auf den Zieleinlauf.

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Ein fester Bestandteil der Firmenläufe ist die After-Work-Party im Anschluss. Hier kann man sich bei leckerem Essen ganz entspannt zusammensetzen. Wie erholst du dich nach einem Rennen am liebsten?

Was bei mir nach keinem Lauf fehlen darf ist eine eiskalte Cola. Abends geht’s dann meistens zum Italiener oder Griechen. Da darf es dann auch gerne mal das ein oder andere Bierchen sein, ist ja schließlich auch ein isotonisches Getränk (lacht). Am Tag drauf steht ein lockerer Lauf auf dem Programm, um das angefallene Laktat aus den Muskeln zu bekommen. Danach bin ich wieder fit und bereit für neue Herausforderungen.


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