Das Wochenende ist viel zu schnell vorbei und bereits am Montag Morgen ist klar: Das wird eine anstrengende Arbeitswoche. Auch dann, wenn man perfekt organisiert ist und ein gutes Team um sich herum hat, ist man vor Büro-Stress nicht gefeit. Sind wir ehrlich: Diese Momente gehören zum Büro-Alltag einfach dazu. Wichtig ist, dass der Stress nicht zum Büro-Blues und damit zum negativen Dauerzustand wird. 

Wir haben mit Andrea Scheibl gesprochen, die unter anderem bei Burnout berät, vor allem aber Mittel zur Prävention bereithält. Herausgekommen sind fünf Entspannungs-Tipps für Ihren Büro-Alltag.

Andrea Scheibl ist Heilpraktikerin und psychologische Beraterin in Amberg. Ursprünglich, und auch heute noch, arbeitet sie im Vertrieb und Business Development. Ein nicht selten aufreibender Beruf. Andrea Scheibl bewertet das positiv: „Mein Leben ist reich an Eindrücken und Erfahrungen,“ schreibt sie auf ihrer Website. 

Seit 20 Jahren arbeitet Sie zudem als Coach und Beraterin mit Menschen. Gibt Impulse, begleitet in schwierigen Situationen, zeigt neue Wege auf. „Es ist die Kunst des Lebens, in der Aktivität des Alltags die Entspannung zu finden,“ ist sie überzeugt. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Hallo Frau Scheibl,

was hat Sie zuletzt in Stress versetzt und wie gingen Sie damit um?

Unsere vor kurzem durchgeführten privaten Renovierungsarbeiten zu Hause haben mich ein bisschen in Stress versetzt. Der Alltag ist ja stets gut gefüllt mit Aktivitäten. Wenn dann noch etwas zusätzlich außer der Reihe dazu kommt, kann es schon mal ein bisschen stressig werden trotz guter Planung und Strukturiertheit. Da hilft mir dann, den Perfektionisten für diesen Zeitraum abzulegen und mir selbst innerlich zu erlauben, dass es jetzt ruhig etwas chaotisch sein darf. Oft entstehen im Chaos oder in der aufgebrochenen Routine tolle neue Ideen und Impulse. Kurz gesagt: den Blickwinkel zu verändern kann helfen. 

Ein Arbeitsleben ohne Stresssituationen ist nicht möglich und auch gar nicht erstrebenswert. Schließlich bringt zum Beispiel ein neues, spannendes Projekt auch neue Motivation, Chancen sich weiter zu entwickeln, Abwechslung. Worauf gilt es dennoch zu achten?

Symbolbild: Laufen gegen Stress.

Laufen gegen Stress.

Die neueste Stress-Forschung zeigt, dass  Stress erst einmal neutral ist und nur bedeutet, dass eine neue situative Anforderung auf die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten trifft. Dies durchläuft dann im Gehirn einer inneren Bewertung. Und hier werden Filter aktiviert, die den Stress entweder als positiv oder negativ bewerten. Dabei spielen bisherige Lebenserfahrungen, in der Vergangenheit erlebte Erfolge oder Misserfolge, vorhandene Ressourcen, usw. eine wichtige Rolle. Dies zeigt, wie wichtig unsere Gedankenwelt in der Stress-Bewältigung ist. Die Gedanken wiederum steuern die Hormone und damit die Gefühlswelt. Die Wissenschaft kommt immer mehr zum Ergebnis,  dass unsere Gedankenwelt eine immense Rolle für einen gesunden Körper und Geist spielt. 

Welche Warnsignale können wir bei uns, oder unseren Kollegen beachten, wenn Stress droht krank zu machen?

Zuerst einmal spürt man den Stress oft in körperlicher Anspannung bzw. Verspannung.  Rückenschmerzen und Nackenverspannungen machen sich bemerkbar, der Magen reagiert gereizt, Spannungskopfschmerzen tauchen auf und auch die Stimmung wird zunehmend gereizter und aggressiver. Nächtliche Einschlaf- bzw. Durchschlafprobleme mit Gedankenkarussell tragen dazu bei, wenig Erholung mehr zu finden. Schwierig wird es dann, wenn die Stresshormone über längere Zeit nicht mehr abgebaut werden. Denn unser Körper ist nicht auf eine Dauerbelastung unter Stress ausgelegt. So kann Dauerstress zu einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen führen. Sollte sich der Mensch in seinem Verhalten verändern und Familie, Freunde und Hobbies immer mehr vernachlässigen ist Vorsicht geboten. Spätestens jetzt, sollte man aktiv gegen den Stress angehen. 

Nicht erst dann, sondern schon zuvor gilt es aktiv gegenzusteuern. Prävention heißt das Zauberwort. Was sind Ihre wirkungsvollsten Entspannungs-Tipps gegen den Büro-Blues?

Ich denke, es zählen vor allem die kleinen Rückzugsmomente im Alltag. Oft setzen wir uns mit der Entspannung schon wieder unter Druck. Wie soll ich in dem vollen Alltag auch noch 20 Minuten Autogenes Training unterbringen? Aber was sicher geht, sind 5 Minuten Ausklinken aus dem Büro-Alltag. Machen Sie aus der Tee- oder Kaffee-Pause ein kleines Entspannungsritual. Sich kurz auf dem Stuhl zurücklegen, den Blick in die Ferne schweifen lassen oder auf den wunderbar blühenden Baum vor dem Bürofenster lenken und die Natur genießen. Atemübungen haben sich im Alltag besonders gut gewährt. Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf das lange gleichmäßige Ausatmen und lassen Sie dadurch allmählich die innere Anspannung los. 

Wie schafft man es, diese Punkte im Alltag bestmöglich umzusetzen?

Symbolbild: Tief durchatmen und entspannen!

Tief durchatmen und entspannen!

Anfangs ist fast wie ein Trainingsplan, d.h. man muss sich selbst erinnern an seine Vorsätze. Dabei können kleine gut positionierte Erinnerungsstützen als Art Ankerpunkte helfen. Machen Sie einen inneren Vertrag mit sich selbst, den Entspannungsplan 4 Wochen konsequent immer zur gleichen Zeit durchzuführen. Diese Disziplin hilft, neue Verhaltensweisen zu etablieren. Schreiben Sie auf, welche Veränderungen Sie in diesen 4 Wochen bei sich feststellen. Denn wenn man die Erfolge bei sich tatsächlich spürt, kommt die Motivation, weiterzumachen ganz von alleine. 

Vielen Dank für das Interview!

Mehr über das Angebot von Andrea Scheibl finden Sie unter www.energie-und-einklang.de. 

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